It never rains in California

Glatte Lüge! Was dem Albert da die Sicht aufpoliert hat, werden wir wohl niemals rausfinden. Jedenfalls war die ganze Woche hier schon grau, heute gießts aus Kannen. Gäbe es ein Museum in Berkeley, wär das die perfekte Beschäftigung. Gibts aber nich. Nun ja. Mittlerweile ist das Semester geschaukelt und nun kann Anna auch über den Kurztrip in den Norden berichten.

Also, was macht man in Seattle? Auf jeden Fall Kaffee trinken. In der Stadt, die Starbucks hervorgebracht hat, ist das wohl unvermeidlich. In der Tat ist Seattle bei all dem Regen das ganze Jahr über wohl einer der perfekten Orte, um sich in eines der originellen und niedlichen Cafés zu setzen und einen Kaffee nach dem anderen zu schlürfen. Ordentlich mit Koffein amüsiert gings dann auch weiter in der Klischeetüte. Die Space Needle ist überhaupt gar nicht so hässlich, wie immer behauptet wird.  Eigentlich sieht sie sogar ganz cool aus. Passt auch insgesamt ins spacige Stadtbild, das einen doch prompt an Futurama erinnert. Irgendeine Mischung aus Glas, viel Glas, überirdnen Speedways und unvorhersehbarer Architektureinfälle macht die Stadt sofort sympathisch. Warum weiß ich auch nich, aber mir huschte des öfteren der Gedanke durch den Kopf, doch für ein Jahr dort zu leben. Müsste schön sein in einer Stadt voll vieler niedlicher, individueller, alternativer und überraschender Ecken, so direkt am Pazifik, mit Blick auf die Olympic Mountains (Schnee!!!). Weiß auch nicht wirklich, was den Curt hier so depressiv hat werden lassen. Dessen Gitarre haben wir übrigens gesehn. Und die Von Jimi Hendrix. Uij!

Zu Thanksgiving war die Stadt natürlich wie leer gefegt. Die Vegetarier unter uns haben die Auswahl zwischen Truthan und Seafood mit Cosmopolitains ausgeglichen. Aber auch das hat nichts daran geändert, dass die Musik in Seattle der in Berkeley in nichts nachsteht. Sprich – nich grade überzeugend. Ich wollte ja in diesen Jazzclub, aber nein. Die angesagtesten Clubs im Norden zeichnen sich auch hier durch überaus hinterfotzige Andockmusik oder DJs aus, die Frank Sinatra mit House zu mixen versuchen, was natürlich in die Hose gegangen is. Ein Glück sind wir mit italienischem Reiz kostenlos reingekommen. Den nächsten freien Eintritt hat uns Annas absolut unbeindruckter Berliner Charme gesichert. War aber auch nich viel anders.

Aber da sind wir schon in Vancouver. Leider is die Stadt meiner Meinung nach überhaupt nich mit Seattle zu vergleichen. Sie scheint eher gebaut statt gewachsen und fragt man, was der typische Vancouverianer so in seiner Stadt macht, wird einem empfohlen, in die Parks zu gehn. Okay. Parks hab ich auch anderswo und außerdem wars verdammt kalt. Also musste ne andere Beschäftigung her. Was liegt am nähesten? Richtig – Bier. Hat man einmal die Grenzen des Landes mit dem wahrscheinlich schlechtesten Bier der Welt hinter sich, wartet die Belohnung mit Maple Cream Ale, Honey Lager oder Pumpkin Ale in der Granville Mikrobrauerei. Oder Kokanee. Oder mehrere. Sehr zu empfehlen. Das ist dann auch das Einzige, das mir aus Kanada an Erzählenswertem in Erinnerung geblieben is. Schade.

Zum Trost wartet ja jetz aber noch Warsteiner in meinem Kühlschrank. Danke Mädels.

Eine Antwort zu „It never rains in California“

  1. 509 Bett B sagt:

    Wieso achtet eigentlich nie jemand, was in dem Song wirklich gesungen wird und worum es geht. It never rains in Southern California… no man, it pours.

    Aber ich verstehe natürlich durchaus die Freude über ein kühles, vernünftiges Bier im Kühlschrank…

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